---03.09. 2010---
Tipps rund um's Körpergewicht und Abnehmen
Geschmacksverstärker und Genussempfinden

Jahr für Jahr werden in Deutschland Milliarden Euro für Diätprodukte und Dienstleistungen rund um's Abnehmen umgesetzt. Das ist ein riesiger Kuchen, von dem sich Nahrungsmittelhersteller, Pharmaindustrie, Medien und private Dienstleister gern ein üppiges Stück abschneiden. Verdient wird in der Regel an der Verzweiflung der Betroffenen, denen mit falschen Hoffnungen ein um's andere Mal das Geld aus der Tasche gezogen wird. Denn das einzige, was mit Hilfe von Light-Produkten, Diät-Pillen und 14-Tage-Wunderkuren auf Dauer abnimmt, ist das Volumen des Geldbeutels.

Zunehmen ist Geschmackssache
Die Fettpolster legen dann zu, wenn es über die Maßen schmeckt. Daher spielt das Geschmacksempfinden für die Gewichtsreduktion eine entscheidende Rolle. Neben dem Geruchssinn ist der Geschmackssinn evolutionär betrachtet maßgeblich für die Nahrungsaufnahme. Die Fähigkeit, zwischen "süß", "salzig" und "fett" als Indikatoren für wertvolle Nährstoffe und "sauer" und "bitter" für vermeintlich ungenießbare beziehungsweise giftige Kost zu unterscheiden, ist für den Naturmenschen überlebenswichtig. Daneben hat man jüngst noch Rezeptoren für die Erkennung von herzhafter Nahrung (umami) entdeckt. Über den Geschmacksverstärker Mononatriumglutamat (E 621) sprechen Würzmischungen und vor allem auch Knabbergebäck sowie viele andere Produkte dieses Geschmacksempfinden gezielt an.

Durch die geschickte Verstärkung oder Kombination einzelner Geschmacksrichtungen in modernen Nahrungsmitteln, kann ein richtiger Heißhunger befördert werden, der weit über die Sättigungsgrenze hinweg anhält. Da die großen Nahrungsmittelkonzerne und Fastfood-Ketten weltweit operieren, gibt es heute sogar Probleme mit der Fettleibigkeit in Ländern wie China.

Dabei wirkt die Reizüberflutung der Geschmacksnerven abstumpfend, denn irgendwann verschwindet die Fähigkeit, feine Nuancen wahrzunehmen und der Körper akzeptiert nur noch "vollmundiges" Essen als vollwertige Nahrung.

Grenzenloser Genuss
Dieser Kritik muss sich auch die Nahrungsmittelindustrie stellen, wenn, wie in Großbritannien, der Gesetzgeber Einschränkungen bei der Werbung gerade für Zielgruppe "Kinder" durchsetzt. Denn angesichts von Dosenfutter, Tiefkühlpizza bis hin zu Burgern, Pommes und Schokoriegeln fällt es verantwortungsbewussten Eltern immer schwerer, ihre Kinder für die Hausmannskost zu erwärmen.

Natürlich stecken in einem Hamburger weniger Kalorien als in einer Frikadelle, doch Zusatzstoffe, Geschmacksverstärker, Soßen und Remouladen machen Lust auf mehr als zur Sättigung nötig ist - und die Anbieter werben verkaufsträchtig mit immer größeren Portionen, Double-Burgern, Triple-Burgern und Coca Cola aus Bechern so groß wie Popcorn-Eimer.

Wer sich auf die Gigantomanie der Fast-Food Ketten einlässt, kann sich, wie Morgan Spurlock in seinem zugegeben recht drastisch und größtenteils manipulativen Film "Supersize Me" in kürzester Zeit ein fettes Polster zulegen und die Cholesterinwerte in die Höhe treiben.

Gesund schmeckt nicht, oder?

Von Äpfeln kann man theoretisch auch dick werden, wenn man genügend davon verzehrt, doch um mit Äpfeln auf die Kalorienmenge einer Tafel Schokolade zu kommen, müsste man schon über 1,1 Kilogramm davon essen - womit selbst ein ausgewiesener Liebhaber Probleme hätte. Selbst dann wären aber die Kalorien des Obstes schneller abgebaut als die Fettkalorien der Süßwaren. Da das Geschmacksvolumen eines Apfels nicht künstlich aufgebläht wird, bleibt es jedoch meist bei einem - so sehr er auch mundet.

Gesunde Kost schmeckt - ganz besonders, wenn sie mit Fantasie zubereitet wurde - und nur dem, dessen Geschmackssinn noch für feinere Reize empfänglich ist.

"Light" - und alles ist easy

Light ist in, denn mit Light geht alles ganz einfach: Genuss ohne Reue - voller Geschmack und nur halbe Kalorien. Ganz so einfach verhält es sich jedoch nicht, denn entweder ist der Geschmack doch nicht so vollmundig wie versprochen - das gleicht man dann durch doppelte Mengen wieder aus - oder das Volumen wird durch einen konzentrierten Cocktail künstlicher Aromastoffe erzielt, die den Rezeptoren volle Süße oder volles Fett vorgaukeln.

Mit Light-Cola spart man beim Trinken zwar jede Menge Kalorien, doch letztlich wird damit der Gaumen nur auf Süß konditioniert und er erwartet dieses Erlebnis auch bei jeder anderen Nahrung. Stellt es sich nicht ein, dann rebelliert er und Unzufriedenheit stellt sich ein.

Daher sind Light-Produkte nicht mehr als ein Ablasshandel, mit dem sich eher ein gutes Gewissen erkaufen als der richtige Weg eingeschlagen lässt.

Kilos schmelzen nur mit Geduld und Disziplin

Wer dauerhaft abnehmen will, braucht vor allem eines: viel Zeit. Zuerst einmal ausreichend Zeit für eine gesunde Gewichtsreduktion und dann die zusätzliche Zeit, die täglich für die Zubereitung gesunden Essens und vor allem für Bewegung und sportliche Aktivität aufgebracht werden muss. Denn die Bikini-Figur gibt es nicht in 14 Tagen, nicht mit Pillen und schon gar nicht ohne Mühe.

Richtig und dauerhaft abnehmen, Tipps für gesunde Ernährung, Light Produkte, Diät und Hunger, Genuss beim Essen, Geschmackssinn

Preishammer
Täglich neue, attraktive Sonderangebote und Schnäppchen. Schlagen Sie zu ...
Google