---05.02. 2012---
Tipps rund um's Körpergewicht und Abnehmen
Der Kalorienverbrauch
Übergewicht ist ein Zivilisationsphänomen - die Kapitulation vor dem Überfluss. Niemand muss heute noch, mit einem Speer bewaffnet, einem Rindvieh über Stunden und Kilometer nachstellen und das tote Tier dann auch noch dieselbe Strecke wieder zurücktragen und es eigenhändig verarbeiten, bis der Braten endlich über dem Feuer schmort. Ganz im Gegenteil kommen die zubereiteten Fleischbrocken teilweise sogar per Bringdienst bis in die warme Stube. Gegessen wird allerdings so viel, als hätte man die ganze Arbeit selbst erledigt.
Kalorienbedarf pro Tag
Kalorienumsatz
Gewicht kg:
Alter Jahre:
 w.  m.
 muskulös
 normal
sehr wenig körperlich aktiv ?
wenig körperlich aktiv ?
sehr wenig körperlich aktiv ?
körperlich aktiv ?
körperlich sehr aktiv ?
Übergewicht ist vor allem ein Indiz dafür, dass man den eigenen Energiebedarf über- und den Energiegehalt der Nahrung, der mittlerweile auf allen Lebensmitteln verzeichnet ist, unterschätzt.

Die Berechnung des tatsächlichen Energiebedarfs gestaltet sich da schon schwieriger. Dieser ist vom Grundumsatz - das sind die Kalorien, die der Körper bei der Aufrechterhaltung seiner Grundfunktionen (Atmung, Kreislauf, Verdauung etc.) - abhängig sowie vom Energieverbrauch, je von Art und Umfang der körperlichen Aktivität. Der wichtigeste Faktor, der Grundumsatz, ist seinerseits vom Alter, Geschlecht, der Größe sowie vom Muskelanteil und des Aktivitätsgrad abhängig. Dabei gilt, Männer haben einen leicht höheren Grundumsatz als Frauen, ältere Menschen einen niedrigeren als jüngere, muskulöse und aktive Leute wiederum einen höheren.

Der gefühlte Kalorienverbrauch

Durch viel Sport und körperliche Aktivität lässt sich der Grundumsatzes an Kalorien bis zum Doppelten steigern. Bewegen sich ansonsten sportlich inaktive Menschen, lässt sich beobachten, dass ihr Hungergefühl überproportional zur geleisteten Arbeit steigt - der gefühlte Kalorienverbrauch ist bei ihnen weit höher als der tatsächliche und es wird wieder mehr Nahrung zugeführt als ursprünglich verbrannt wurde.

Daher sollte für eine ausgewogenen Ernährung nicht allein der Appetit entscheiden, sondern ein realistisches Gefühl dafür, wieviel Kalorien bei welcher Aktivität verbrannt werden. So kann man die Kalorienzufuhr am Kalorienbedarf orientieren und eine Gewichtszunahme vermeiden.

Vorsicht mit Diäten

Ähnlich behutsam, wie eine träge Lebensweise auf eine aktive umgestellt werden sollte, führen nur maßvolle Eingriffe in die Ernährungsweise dauerhaft zum Erfolg. Zeit und Geduld sind dabei die maßgeblichen Faktoren, denn eine Bikinifigur bekommt man einfach nicht in zehn Wochen. Eine drastische Reduzierung und Änderung der zugeführten Speisen führt nur zu Frustration und zum gefürchteten Jojo-Effekt.

Nur eine sukzessive Umstellung der Ess- und Lebensgewohnheiten bringt dauerhaften Erfolg beim Abnehmen - und am Beginn einer wirkungsvollen Diät steht zunächst einmal die schrittweise Entwöhnung der Geschmacksnerven von den geliebten Empfindungen "fett", "süß" und "herzhaft", die in modernen Lebensmitteln größtenteils durch künstliche Geschmacksverstärker noch untertützt werden.

Denn obwohl viele Diätpläne sorgsam von Wissenschaftlern und Ärzten ausgearbeitet sind, funktionieren sie in der Praxis selten, da die Sucht nach den hochgezüchteten Geschmackssensationen einfach zu groß ist. Jeder weiß, dass ein Apfel gesünder ist als eine Tüte Kartoffelchips, doch nur der, der einen Apfel auch lieber isst, als eine Tüte Kartoffelchips, wird an Leibesfülle nicht zunehmen. Dem Körper über eine Diät das wegzunehmen, woran er sich jahrelang gewöhnt hat, ist wie ein kalter Entzug - und genau wie dieser bei Drogenabhängigen meist zum Rückfall führt, macht er auch fast jede Diätanstrengung zunichte.

Mehr Zeit für's Essen

Wer Herr oder Frau über Gewicht und Figur werden möchte, der sollte sich, neben verstärkter körperlicher Aktivität, auch intensiver mit dem beschäftigen, was er täglich zu sich nimmt. Das sind die zwei Säulen, auf denen eine gesunde Gewichtsreduktion aufbaut.

Obwohl Essen und Trinken wohl am wichtigsten für das Überleben sind, wird vielfach dem Studium von Bundesligatabellen mehr Aufmerksamkeit geschenkt als der Nahrungsaufnahme. Keine Zeit, keine Lust - die Gründe sind vielfältig, doch der sorglose Umgang mit dem, was durch die Speisröhre wandert, ist die Hauptursache für Übergewicht.

Nichts ist gegen eine Tüte Kartoffelchips auszusetzen, wenn man weiß, dass es nicht die Kartoffeln sind, die dick machen, sondern das Fett, in denen sie gebacken wurden und mit denen sie vollgesogen sind. Und es schadet auch nicht zu wissen, dass man die Kartoffelchips nur deswegen so schwer beiseite legen kann, weil die Geschmacksverstärker, mit denen sie gewürzt sind, einen dazu treiben, auch noch den letzten Brocken zu vertilgen.

Süßigkeiten, Knabbereien, Currywurst mit Pommes und andere kleine Sünden sind durchaus verzeihlich für den, der auch zu büßen bereit ist. Und wer nicht gern verzichtet, dafür aber jede Gelegenheit zur Bewegung nutzt, ist auf dem richtigen Weg.

durchschnittlicher Kalorienverbrauch, Grundumsatz und Ruheumsatz an Kalorien, Kalorienbedarf pro Tag abhängig vom Gewicht, Alter und geleisteter Arbeit
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