---18.05. 2012---
Online-Lexikon: Ernährung
Ballaststoffe
Da haben wir nun endlich einen Nährstoff, den wir, ohne uns über gesundheitliche oder gewichtige Nebenwirkungen Gedanken machen zu müssen, nach Belieben verzehren können und dann ist er für die Wenigsten ein echter Genuss: die Ballaststoffe. Ballast ist für gewöhnlich etwas, das keinen Wert hat und das man auch nicht gern mit sich rumschleppen möchte. Da die Ballaststoffe für den Körper selbst keinen direkten Energiebeitrag leisten, kamen sie zu ihrem stigmatisierenden Namen. Heute hat man den Beitrag, den sie insbesondere zu einer gesunden Verdauung, zur Senkung des Cholesterinspiegels und nicht zuletzt als sättigende und damit appetithemmende Stoffe liefern, erkannt und die Ballaststoffe aus ihrem Schattendasein ins Rampenlicht der Werbung gezerrt. Kaum ein Produkt, das auch nur eine Spur davon enthält, versäumt es, publikumswirksam darauf hinzuweisen.
Ballaststoffe kommen in löslicher (Obst, Gemüse, Hafer) und unlöslicher (Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte wie Erbsen, Linsen und Bohnen) Form vor und wer diese Nahrungsmittel ausgewogen in seinen Ernährungsplan eingebaut hat, der braucht sich vor einer Unterversorgung nicht zu fürchten. Ballaststoffe binden sehr viel Wasser, daher sollte man bei einer ballaststoffreichen Ernährung ausreichend trinken, sonst kehrt sich ihre abführende Wirkung ins Gegenteil und Verstopfungen sind die Folge.

Unlösliche Ballaststoffe bilden die Nahrungsgrundlage der Bakterien im Darm, die für die Verdauung der Nahrung unerläßlich sind. Diese können sich vermehren, füllen den Darm, was wiederum dafür sorgt, dass die Stoffwechselprodukte rasch wieder ausgeschieden werden. Während die Bakterien im Darm die Ballaststoffe für sich verwerten, produzieren sie als Abfallprodukt Gase, die dann als Blähungen entweichen.

In löslicher Form regen Ballaststoffe die Produktion von Gallensäuren an, wofür der Körper Cholesterin verwendet, was wiederum zur Senkung des Cholesterinspiegels im Blut führt. Daneben hemmen gewisse Spaltprodukte, die bei der bakteriellen Verdauung der Ballaststoffe entstehen, die Cholesterinproduktion in der Leber.

Mindestens 30 bis 40 Gramm Ballaststoffe sollte man täglich zu sich nehmen. Als Quell- und Füllstoffe machen sie satt und verhindern ein zu rasches Ansteigen der Blutzuckerwerte nach dem Essen. Ballaststoffe helfen somit, den kalorienreichen Verführungen unserer Überflussgesellschaft ein bisschen besser widerstehen zu können.

Ballaststoffe, Cholesterin, Ernährung, gesund ernähren, Obst, Vollkorn, Hülsenfrüchte, Getreide, Stoffwechsel, Darmtätigkeit
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