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Online-Lexikon: Ernährung
Kohlenhydrate
Kohlenhydrate entstehen bei der pflanzlichen Photosynthese. Der tierische oder menschliche Organismus kann selbst keine Kohlenhydrate aus ihren Grundbausteinen herstellen, weswegen sie über die Nahrung zugeführt werden. Wie bei den Fetten gilt auch hier, dass es für eine ausgewogene Ernährung vorteilhafte und weniger vorteilhafte Kohlenhydrate gibt. Und wie bei den Fetten gehören die Kohlenhydrate, die uns am besten schmecken, natürlich zu denjenigen, die man, wo eben möglich, meiden sollte.
Die Kohlenhydrate werden in Einfachzucker (Monosaccharide in Obst und Honig), Zweifachzucker (Oligosaccharide, Milchzucker, Malzzucker in Bier oder in normalem Haushaltszucker) und Vielfachzucker (Polysaccharide), die den Speicherzucker im Organismus bilden, unterschieden: bei den Pflanzen ist das Stärke, bei Tieren und Menschen Glykogen.
Einfachzucker können dabei direkt im Dünndarm aufgespalten und umgesetzt werden und gelangen daher sehr schnell ins Blut und erhöhen so rasch den Blutzuckerspiegel, während Mehrfachzucker erst im Dickdarm verstoffwechselt werden und für eine gleichmäßige Energieabgabe sorgen. Einfachzucker wie der in Obst gehört, da er zusammen mit einer ausreichenden Menge Ballaststoffen aufgenommen wird, zu den wertvollen Kohlenhydraten, genau wie die Vielfachzucker (z.B. aus der Stärke pflanzlicher Produkte). Unglücklicherweise sind es aber gerade die Einfach- und Mehrfachzucker in Süßspeisen, die uns am besten schmecken und die die Leibesfülle befördern. Besonders wenn Sie in Verbindung mit Fetten daherkommen, wie in Schokolade oder Torte, sind sie geradezu unwiderstehlich, denn über das Fett als Geschmacksträger entfalten sie ihre volle Verführungskraft erst recht. Kohlenhydrate machen für gewöhnlich den Haupteil unserer Nahrungsaufnahme aus. Etwa 50 bis 60 Prozent des täglichen Energiebedarfs (ca. 5 Gramm pro Kilogramm Körpergewicht) sollten über Kohlenhydrate gedeckt werden. Der Körper kann etwa 400 Gramm Kohlenhydrate speichern, 150 Gramm davon in der Leber - zur Aufrechterhaltung des Blutzuckerspiegels - und 200 bis 300 Gramm als Energiereserve in den Muskeln. Sind diese Reserven aufgebraucht, werden die Fettreserven und später auch die Proteine herangezogen. Gibt es ein Überangebot, werden Kohlenstoffe in Form von Fett gespeichert. Dabei liegt ihr Energiewert von 4100 Kilokalorien pro Kilogramm mehr als die Hälfte unter dem der Fette. Braucht der Körper Energie, bezieht er sie sich zunächst aus den vorhandenen Kohlenhydraten. Daher erreicht man eine optimale Fettverbrennung bei körperlicher Aktivität auch erst nach einer gewissen Zeit, wenn nämlich die Kohlenhydrat-Speicher erschöpft sind (nach etwa 20 bis 30 Minuten). Dann werden jedoch auch nur die frei im Körper (im Blut und in der Leber) verfügbaren Fette angegriffen, nicht jedoch die Fettpolster. Für eine bewusste Versorgung des Körpers mit Kohlenhydraten gilt: Meiden Sie Zucker, der aus seinem natürlichen Gefüge herausgerissen wurde (wie etwa Haushalts-Zucker, reine Stärke, Weißmehl), wo immer es geht (vgl. Diabetes)! Doch auch hier heißt es: Es gibt nichts gegen ein Stück Torte einzuwenden, wenn danach ein ausgedehnter Spaziergang folgt.
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