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| ---18.05. 2012--- | Seite empfehlen | zu Favoriten | Newsletter |
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Sportarten und Freizeitaktivitäten
Kampfsport - Karate
Unter den vielen Kampfsportarten ist in Deutschland in der jüngsten Vergangenheit das Karate sehr populär geworden. Immer mehr Menschen suchen für ihre sportlichen Aktivitäten größtmögliche Abwechslung optimalerweise unter permanenter Anleitung. Dieser Trend ist den Karate-Verbänden, -Vereinen und Schulen nicht entgangen, weswegen sie vielfach ihre Wettkampf-Abteilungen um Breitensport-Angebote erweitert haben. Denn vom sportlichen Aspekt her betrachtet, ist das Karate mit seiner anspruchsvollen Rundum-Ausbildung von Kraft, Ausdauer, Dynamik, Koordination und Körperbeherrschung geradezu ideal, vom Kind bis zum Senioren so ziemlich jeden zu begeistern, der seiner sportlichen Freizeitgestaltung eine exotische Note verleihen möchte.
Die drei Säulen des Karate
Karate (übersetzt "leere Hand", das heißt ohne Waffen) wurde im japanischen Kulturkreis entwickelt, greift jedoch auf chinesische Ursprünge zurück. Im Verlauf der Jahrhunderte hat das Karate verschiedene Entwicklungsstufen durchlaufen und es gab immer wieder Meister, die dem Karate ihren Stempel aufgedrückt und teilweise eigene Stilrichtungen geprägt haben. So gibt es heute das Shotokan, das Gojo Ryu, das Wado Ryu und noch einige andere Stile, die sich zwar in der Interpretation der Techniken unterscheiden, jedoch alle auf dem Lehrsystem der drei Säulen "Kihon", "Kata" und "Kumite" fußen. Kihon - die Grundschule
"Wiederholung ist die Mutter aller Wissenschaft" heißt es und für das Karate gilt dies ganz besonders. Daher lernt man im Kihon, der Grundschule, wie beim militärischen Drill durch hundert- und tausendfache Wiederholung der Techniken diese immer weiter zu verbessern - und zu optimieren gibt es immer etwas. Unter Anleitung absolviert man dabei bis zur Erschöpfung Serien von Faust- und Fußtechniken mit dem Ziel, Atmung, Körperspannung, Stand, Köperhaltung und die anspruchsvollen Bewegungsabläufe zu verfeinern und immer besser miteinander zu koordinieren, bis sich die Schläge, Tritte und Blocks in die Motorik "eingebrannt haben" und später ohne Nachzudenken abrufbar sind. Kata - das Lehrbuch
Die im Kihon mühsam erlernten Techniken finden sich dann in einer Reihe von Katas verschiedener Schwierigkeitsgrade wieder. Eine Kata ist ein festgelegter Ablauf kombinierter Schlag-, Tritt- und Blocktechniken, mit dem ein Kampf gegen mehrere imaginäre Gegner simuliert wird. Historisch betrachtet sind die Katas das praktische Lehrbuch des Karate, in denen die Erfahrung und das Wissen vergangener Generationen konserviert ist und an die nachfolgenden Generationen weitergegeben wurde. Im dynamischen Wechsel von Verteidigungs-Techniken und Gegenangriff wird dabei ein vorgebenes Muster im Raum durchlaufen, wobei es darauf ankommt, Präzision in den Techniken und deren Kombinationen, einen optimalen Wechsel von Körperspannung und -Entspannung sowie Dynamik und Entschlossenheit in der Ausführung zu zeigen. Ursprünglich wurde das waffenlose Karate als Reaktion auf die Entwaffnung der einfachen Leute entwickelt. Sich im Kämpfen zu schulen war verboten und so dienten die Katas als verschlüsseltes, schriftloses Lehrbuch mit dem man, an der Obrigkeit vorbei, die Fähigkeit, sich zu verteidigen, bewahrte. Im Bunkai, der praktischen Umsetzung einzelner Sequenzen aus einer Kata mit einem Partner, wird dieses Lehrbuch wieder entschlüsselt und der Sinn der - gerade für Außenstehende häufig unverständlichen - Bewegungsabfolgen tritt zutage. Neben dem Kumite werden Kata und Kata-Bunkai auch als Disziplinen im Wettkampfsport angeboten. Kumite - praktische Anwendung
Mit dem Kumite werden die in Kihon und Kata erlernten Techniken in mehr oder weniger abgesprochenen Partnerübungen, die bis hin zum Freikampf reichen, in praxisbezogene Übungen umgesetzt. Dabei entfernt sich die Ausführung der Techniken von der strengen Formlehre von Kihon und Kata, weil es hier nicht mehr um simulierte und abgesprochene Angriffs- und Abwehrsequenzen geht, sondern um eine reale Kampfsituation. Dabei geht es sowohl im Training als auch im Wettkampf - anders als beim Boxen etwa - nicht darum, dem Gegner physischen Schaden zuzufügen, sondern Faust- und Fußtechniken so zu kontrollieren, dass sie beim Gegner nur leichte Trefferwirkung erzielen. Um Verletzungen zu vermeiden sind im Kumite viele "gefährliche" Techniken, die zu gesundheitsschädigenden Folgen führen können, verboten. Karate als Breitensport
Im Breitensport liegt der Schwerpunkt auf Kihon und Kata, während das Kumite zunehmend an Bedeutung verliert, was sicherlich auch daran liegt, dass es zwar viele Interessierte gibt, die die abwechslungsreiche und anspruchsvolle Formlehre des Karate als Grundlage für ihr Fitness-Training nutzen, den Sport aber nicht als Wettkampfsport betreiben wollen. Nachdem eine Serie brutaler "Haudrauf-Filme" mit fragwürdiger Moral dem Image des Karate in den 70er und 80er Jahren beträchtlichen Schaden zugefügt und ein eher ungeeignetes Klientel in die Studios getrieben hatte, ist Karate heute salonfähig geworden und mit einem breitgefächerten Angebot vom Kinder- bis zum Seniorenkarate gelingt es, immer mehr Menschen für diesen faszinierenden Sport zu begeistern. Karate und Selbstverteidigung
Karate ist in erster Linie Formschule und selbst beim Wettkampfkarate messen die Kämpfer ihre Geschicklichkeit, Dynamik und Schnelligkeit in sportlicher Absicht nach strengen Regeln. Das alles bewegt sich fernab von realen Selbstverteidigungssituationen, bei denen eben keine Regeln die Gesundheit der Beteiligten schützen. Sicherlich lernt man beim Karatetraining hart und effektiv zuzuschlagen und zu treten, man lernt auch sehr viel über sensible Körperpartien und viele Karatetechniken lassen sich sehr gut in die Selbstverteidigung einbauen. Doch wer sich für die Gefahren auf der Straße wappnen möchte, muss sich auf Lehrgängen über das normale Karatetraining hinaus weiter schulen, denn nur wenige Vereine und Schulen setzen sich intensiv mit dem Thema Selbstverteidigung auseinander.
Trainingsziele
Der Traum eines jeden, der mit dem Karate oder einer anderen Kampfsportart beginnt, ist sicherlich die Erlangung eines Meistertitels. Beim Karate wird dieser durch den schwarzen Gurt (Dan) nach außen repräsentiert. Auf dem Weg dorthin heißt es jedoch, mit viel Schweiß und Disziplin neun Kyu-Grade (von weiß bis braun) zu durchlaufen, die mit steigendem Grad immer komplexer und anspruchsvoller werden. In Gürtelprüfungen werden jeweils Trainingsstand und Fortschritt des Schülers geprüft und dieser, bei Eignung, mit dem nächsten Grad ausgezeichnet. Am Ende schaffen es jedoch nur sehr wenige, sich ihren Traum vom Schwarzgurt zu erfüllen, teils, weil ihnen die Zeit oder Disziplin für das immer aufwändigere Training fehlen oder weil ihre körperlichen beziehungsweise motorischen Voraussetzung es einfach nicht erlauben, über eine gewisse Stufe hinauszugelangen. Doch ganz abgesehen von den Gürtelgraduierungen, die sicher dabei helfen, die mühsame Arbeit und die immer wieder aufs Neue aufzubringende Disziplin mit sichtbaren Erfolgserlebnissen zu belohnen, liegen die eigentlichen Ziele des Karate in der umfassenden Ausbildung des Körpers und Geistes angefangen vom Aufbau körperlicher Fitness bei Kraft, Ausdauer und Beweglichkeit, über die Schulung der motorischen und koordinativen Fähigkeiten des Körpers bis hin zur Verbesserung der Atmung, der Konzentrationsfähigkeit und nicht zuletzt der Stärkung charakterlicher Eigenschaften wie Disziplin, Willensstärke, Entschlossenheit - aber vor allem auch Rücksichtnahme und Hilfsbereitschaft gegenüber schwächeren Trainingspartnern.
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